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Musikrezension

Joe Bonamassa: Black Rock

Eine Rezension über das aktuelle Album des Blue-Rockers Joe Bonamassa "Black Rock"

22. Juni 2010

von René B.

Joe Bonamassa ist ein fleißiger Musiker, bringt er doch in kurzen fast jährlichen Intervallen ein Album auf den Markt. Sein letztes „The Ballad of John Henry“ haben wir letztes Jahr an dieser Stelle schon bewundern dürfen. Nun freuen wir uns sein neuestes Werk „Black Rock“ genauer unter die Lupe zu nehmen.

Black Rock ist in zwei Versionen erhältlich, eine Normal- und eine Delüxe-Version. Die Delüxe-Version hat eine Buch-artiges Layout mit geheften Booklet. Die Normal-Version ist als mehrfach aufklappbarer Pappschuber konzipiert ebenfalls mit Booklet. Leider sind hier keine Songtexte zum nachlesen mit bei, die liegen nur in der hochpreisigen Version vor, das ist nicht schön. Schön dagegen das Cover, schlicht in Schwarz mit dem Schriftzug und einer Ayersrock ähnlichen Steinformation.

Steal Your Heart Away ist ein ziemlich kräftiger Einstieg in das Album, die ersten Takte sind recht Rockig gehalten und dann setz die unverkennbar gute Stimme von Joe ein. Der langjährige Fan wird etwas verwundert sein über einen so harten Song. Obwohl Steal Your Heart Away immer noch stark angebluest ist das ganze fast als Rocksong alter Schule zu bezeichnen. Know a Place ist nicht ganz so rockhaft angelegt und hat schon etwas mehr Blues inside, aber auch Know a Place ist verdammt rockig und laut. Schön das Bonamassa nicht immer nur das macht was er immer gemacht hat sondern sich entwickelt. vielleicht erwarten uns noch mehr überraschungen auf Black Rock.
When the Fire Hites the Sea beruhigt sicher wieder einige altherrgebrachte Fans, wunderbarer Bluesrock im bewährten „Joestyle“ latent Südenstaaten mäßig und doch Länderübergreifend. Durchzogen mit einer viellzahl an Gitarrensolis und breit arangiert mit Piano, Schlagzeug, Bass. Das geht nach kurzer Besinnung gut ins Ohr.
Quarryman’s Lament bringt nochmals nach den Aufregern zu Beginn etwas Entspannung rein. Neben einer Beruhigung kommt mit dem prominenten Klarinettenspiel etwas exotische Stimmung auf. Textlich ist Quarryman’s Lament zwar ansprechend aber nicht überragend. Spanisch Boots ist wieder ein astreiner Bluerocksong, wobei die Rockelemente und die Bluesemelemte sich einen ausgeprägten Kampf hingeben. Alles ziemlich fett, auch wenn mir persönlich der Text etwas verschlossen bleibt. Quarryman’s Lament steigert sich bis er unvermittelt abbricht.
Bird on a Wire ist zu Quarryman’s Lament ein ziemliches Kontrastprogramm. Im Gegensatz zum Vorgänger erscheint Bird on a Wire fast schon Poppig. Hier kann man nochmal hören welch schöne Klangfarbe der Sänger hat. Allerdings ist Bird on a Wire stellenweise mit Instrumenten überfrachtet, etwas weniger Instrumentalisierung an manchen Stellen hätte dem Song in meinen Augen gut gestanden.
Three Times a Fool ist der Song der bisher am meisten ins Bluesschema passt, kurz und knackig mit etwas mehr als zwei Minuten ein Song der sich allein durch sein Kompromisslosigkeit und auszeichnet. Night Life ist sicherlich ein highlight auf dem Black Rock Longplayer. Wenn B.B. King der König des Blues und Joe Bonamassa der Thronerbe zusammen spielen und singen, kommt wahrhaftig großes heraus. Auch wenn es Textlich ehr bescheiden ist, ist Night Life sehr breit Arrangiert und mit großer Combo Produziert.
Wandering Earth ist wieder extrem hart, ein Song der sowohl Inhaltlich als auch musikalisch den Hörer fordert. Im Grunde ein recht dunkler Song, recht aggressiv im Spiel. Mann kann ihn finden wie man will Emotionen bringt er jedem bei. Look Over Yonders Wall ist sicherlich technisch hervorragend gemacht, mir ist er aber etwas zu aufgedreht. Ein Song der auf der Bühne immer geht, auf Platte ist die eigentliche Dynamik des Songs ehr hinderlich. Athens to Athens ist geht wieder ein bisschen unter, mal sehen was der vorletzte Song Blue and Evil bringt. Sehr breit aufgestellt bringt Blue and Evil sowas wie Stadion-live Atmosphäre ins Wohnzimmer. An und für sich eine gelungene Mischung aus Blues und Rock, sehr laut aber wie schon auf der gesamten Platte sehr sauber produziert und abgemischt. Zum Ende kommt doch noch eine unerwartet Sache auf den Hörer zu. Baby You Gotta Change Your Mind ist ein purer unplugged Song, sehr entspannt vorgetragen und eine Beruhigung zum Ende hin, ein bisschen witzig sogar.

Fazit:
Mit altbackender Hausmannskost versorgt uns Joe Bonamassa mit Sicherheit nicht. Black Rock ist ein schweres Album das nicht ganz rund läuft. Technisch brillant sicher, fehlt mir etwas die Konsistenz übe die 13 Lieder. Black Rock hat eine sehr raue Oberfläche die noch noch mehr Reibung erzeugt als die Vorgängerplatte „The Ballad of John Henry“. Black Rock ist vielleicht der Versuch nicht nur in altgewohnten Mustern zu agieren sondern etwas härter zu werden. Zugute halten muss man Joe Bonamassa das er sich nicht auf den Lorbeeren ausruht sondern versucht neue Wege zu gehen, auch wenn er meines Erachtens über das Ziel hinaus schießt.

Fakten:
Plattencover: Black Rock
Künstler: Joe Bonamassa
Album: Black Rock
Albumlänge: ca 53 min.
Tracklist:
  1. Steal your heart away
  2. Know a place
  3. When the fire hits the sea
  4. Quarryman’s Lament
  5. Spanish boots
  6. Bird on a wire
  7. Three times a fool
  8. Night life
  9. Wandering Earth
  10. Look over yonders wall
  11. Athens to athens
  12. Blue and Evil
  13. Baby you gotta change mind
Label: Mascot Records
Webseite: www.jbonamassa.com/
VÖ-Jahr: 2010