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Musikrezension

Musé Mecanique: Hold This Ghost

Musé Mecanique ist eine Band aus Portland (USA) die ihren Bandnamen gleichnamig wie ein Museum gewählt hat. Und wenn man weiß das dieses Museum überwiegend alte mechanische, verträumte Musikautomaten beherbergt, bekommt man eine Ahnung welchen Musikstil Musé Mecanique bedienen.

04. Februar 2011

von René Buchfink

Die Veröffentlichung im September 2008 (US) ging an mir spurlos vorbei, aber wie so oft ist, wird guter Wein nicht so schnell schlecht. Das Cover und die Kunstverzierungen sind eigentlich ganz nett, nur ein Booklet fehlt leider völlig.

Like Home ist Programm und Single zugleich. Ruhige Beates entspanne lässige Melodie, ein Ausrufezeichen und schöner Anfang für ein hoffentlich schönes Album. Two Friends Like Us, schaltet noch einen Gang runter, sanfte Gitarrenmusik und sanfter Gesang stellt sich ein bevor ein wenig Synthesizer und Bass den Hintergrund betreten. Two Friends Like Us ist jeden falls ganz nett zum nebenbei hören und so positiv harmlos wie ein Schlaflied. The Propellors ist auch fremdschön, weil man nicht genau weiß woher die Attraktivität kommt. The Propellors ist sehr ruhig teilweise mit Chor, aber der eigentliche Gag liegt in der „Singenden Säge“. Die vibrierenden Flächen erzeugen eine dunklen Schauer und eine Stimmung die wunderbar schaurig-dunkel und fast schon kafkaesk ist. Jedenfalls großartig. Der vierte Song ist The Things That I Know. Die Nähe zu „Kings of Convienence“ ist hier so dicht, das eine Verschmelzung beider Gruppen unausweichlich scheint. Der Songs tröpfelt ein wenig dahin und hält aber die Stimmung und den Puls in ruhe. Fits And Starts wird etwas flinker ohne flott zu werden, das ist auch gut so. Hervorzuheben ist hier das Schlagzeug das nur auf ganz wenigen Platten so großartig aufgenommen und zu hören ist wie hier. Aber auch der Rest Überzeugt auf allen Ebenen. Fits And Start ist durch seine Art, zwischen Entspannt und Spannung und dem guten Sound, bis hier hin der beste Song auf Hold This Ghost. Somehow Bound ist auch nicht schlecht, aber irgendwie scheint man den Song schon einmal gehört zu haben. Diese Erscheinung ist aber eh eine Eigenschaft von Hold This Ghost die ihren Charakter daher bezieht das man alles negative und alle Ecken und Kanten abgerundet hat. Der siebente Song Under Glass geht wieder etwas pastelfarbend an mir vorbei, nicht der stärkste Song aber dennoch gut hörbar. Einzig die leicht depressive Stimmung behält er bei und so gliedert er sich dann doch wieder in die reihe gut ein. In Slepping in Our Clothes bekommt die Orgel die uns schon eine weile begleitet eine Prominente Rolle. Slepping in Our Clothes unterscheidet sich noch weiter von den anderen Songs in dem Sinne, das er ersten eine echte Entwicklung im Tempo und Arrangement durchmacht und zum Ende hin fast schon tanzbares Format bekommt. Nothing Glorious leitet schon fast den Schluss ein ist es aber noch noch nicht obwohl er sich so anhört. Das Ende von Hold This Ghost macht Our Changing Skins.

Fazit:
Das Album Hold This Ghost versprüht einen sentimentalen aber nicht depressieve Stimmung. Zwischen verträumten Textzeilen gelingt es Musé Mecanique gleich mit ihrem Debut in allen Berreichen zu überzeugen. Besonders die feinsinnige und klare Instrumentierung und die Umsetzung auf CD gefällt mir. Als Vorwurf lässt sich maximal ein Mangel an Überraschungsmomenten festhalten. Dennoch wer enstpannt Tee trinken will und ein Buch dabei vertilgen möchte kann gut und gerne Hold This Ghost dabei hören.

Fakten:
Plattencover: Musee Mechanique
Platencover: Hold This Ghost
Künstler: Musé Mechanique
Album: Hold This Ghost
Albumlänge: ca. 45 min.
Tracklist:
  1. Ghost
  2. Like Home
  3. Two Friends Like Us
  4. The Propellors
  5. The Things That I Know
  6. Fits and Starts
  7. Somehow Bound
  8. Under Glass
  9. Sleeping in Our Clothes
  10. Nothing Glorious
  11. Our Changing Skins
Label: Frog Stand (US/CAN)
Webseite: www.myspace.com/museemecanique
VÖ-Jahr: 2008 (USA) / 2010 (D)