Denklatenz

Das Magazin

Konzertbericht

Ruperts Kitchen Orchestra

Mit Ruperts Kitchen Orchestra habe ich das erste mal in der John-Scheer-Str. Bekanntschaft gemacht. Die Hausgemeinschaft lud diese Funk Band ein um für Soul, Funk und gute Laune zu sorgen. Gage gab es u.a. Naturalien sprich in Grillwürstchen. Das liebevoll gestaltete Spendensparschwein füllte sich aber dennoch zurecht und die Band bekam ein wohlverdientes Salär.

12. Februar 2010

von René B.

Ein halbes Jahr später habe ich die Ehre die coolste Band der Stadt im Lovelite spielen sehen und hören zu können. Das Lovelite im Friedrichshain verbirgt sich hinter den großen Eisentoren und ist untergebracht in zwei Flachbauten. Man könnte meinen das alles gehört zum Autohof von neben an aber nein, hier steppt der Bär.

Pünktlich wie immer, also kurz vor, nach 12 ging es los, der gut gefüllte Raum mit 10 x 10 Meter, braucht keine Vorheizer. Ruperts Kitchen Orchestra braucht das nicht, den gleich bei den ersten Takten zu Berlin Funk Stew, wird die Menge durch Funkenflug in Brand gesetzt. Funk macht Spaß. Es ist pure Freude die man als Zuschauer hat, der Band zu zusehen und zu zuhören, die Beats der Groove waren phantastisch. Was großartig ist, zu hören welch großen Radius Ruperts Kitchen Orchestra haben und mit welcher Leichtigkeit sie von einen Genre ins nächste zu wechseln. Es war ein heißer Brandherd aus Soul, Funk, Jazz, HipHop und Blues. Generell hat man das Gefühl das die Band herrlich offen ist für alles was dem Zuschauer Spaß bringt. Ein weiterer Pluspunkt ist, das die witzigen Texte auf überwiegend auf Deutsch dargeboten werden. Chrispy gab gestern auch Raum zu freien Reimgestalltung. Der Sänger und gleichzeitiger Saxophonist meistert die Aufgabe hervorragend dem Publikum nahe zukommen. Die gesamte Belegschaft ist, jeder auf seine weise abgefahren. Egal ob der Guido der Schamane des Nordens an der Gitarre oder Tasten Thorsten, Andreas the Animal am Schlagzeug, Christian „Chrispy“ die Stimme des HERRN, hallelution. Conny die am Bass eine heiße Figur macht, da kann man sich verlieren und die Beherrschung verlieren. Alle haben gestern nahezu an der Perfektion gespielt.

Gestern Abend war aber auch alles dabei, mittanzen, mitklatschen, mitsingen. Gerne hätte ich ein glockenhelles Hallesoulja ins mir gereichte Micro gesungen, aber meine kaputte Stimme lies mich das Micro weiter geben.

Beim Gig im Lovelite hatte jeder sein Solo. Und noch ein Solo mehr wenn er wollte. Zwei Stunden Spielzeit reichten nicht um das Feuer zu bändigen das sie unter die Massen gelegt hatten. Wurden sie doch freundlich aber bestimmt dazu aufgefordert und zurück zur Bühne begleitet um eine Zugabe zu bringen.

Fazit:
Ruperts Kitchen Orchestra kann man nur empfehlen. Sie sind live Bärenstark, dabei nahe am Zuhörer und für jeden ist etwas dabei, wer die Chance hat, sollte sie nutzen. Sie versprühen Spaß und beste Unterhaltung. Es wird Zeit das Ruperts Kitchen Orchestra auch außerhalb von Berlin bekannt werden und die Einladung zum Montreux Jazz Festival ist nur eine Frage der Zeit.

Setlist:

  • Berlin funk stew
  • lass die Sonne rein
  • Nichtschwimmer
  • Sambaschlussverkauf
  • We need music
  • Wir wollen euch
  • handsome
  • Mr. Funky
  • Way back homne
  • Mein Baby hat soul
  • Ich seh super aus
  • Welt (auf den Kopf gestellt)
  • Keine Party
  • Nummer zu groß
  • Kopie
  • Berlin
  • Schüttel das
  • Sousänger
  • The say
  • Funk 2 the limits
  • Zugageben ua. Dr. Frickle und Guten Abend guten Funk