Denklatenz

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Konzertbericht: Dieser Anfang wird ein Ende sein

Virginia Jetzt!: Konzertbericht

09. Dezember 2009

von René B.

Virginia Jetzt! ist zugegebener Maßen ein Name der einige Fragen aufwirft, wie zum Beispiel was hat der Bundesstaat Virginia mit Brandenburg, wo die Jungs herkommen, zu tun? Oder handelt es sich bei Virginia um einen Vornamen eines geliebten Mädchens? Die Anekdote dazu steht unbeantwortet im Raum. Was man aber weiß ist, dass die Jungs von VJ schon länger am Start sind und zu der ersten Liga der etablierten Bands aus Deutschland, die auf Deutsch singen, gehören. Nicht ganz so viel beachtet wie ‚Wir sind Helden‘, nicht ganz so schrill wie ‚Mia‘, und etwas weniger verkopft wie ‚Tele‘, so machen Virginia Jetzt! einfach gute deutschsprachige Popmusik oder Indie-Pop, wie man es nennt ist auch egal, mit guten Sound und guten Beat mit gelungenen positiven Texten.

Ich freue mich auf einen schönen Abend mit den Jungs. Nach dem mir ihre Alben „Wer hat Angst vor Virginia Jetzt!“ und „Land unter“ nachhaltig in Erinnerung blieben, wird es Zeit die in Berlin lebenden Musiker endlich mal live spielen zu sehen.

Ich mag das Lido in Kreuzberg, auch wenn es nicht unbedingt der beste, schönste und tollste Club ist und das Bier zu teuer, hat das Lido in das vielleicht 500 Leute passen eine Größe, die auf der einen Seite Charme vermitteln kann, auf der anderen Seite genügend Publikum beherbergen kann, um Stimmung aufkommen zu lassen. Und noch etwas, es heißt DAS Lido und nicht der oder die Lido.

Open Doors war um kurz nach 19:00 Uhr, ziemlich genau 20:00 Uhr ging es los mit der respektablen Vorband ‚Oh’ Napoleon‘. Feinster englischsprachiger Pop aus Krefeld. Die Nummern von ‚Oh’ Napoleon‘ sind alle sehr gechilled und entspannt, mit Piano und meist mit 2, machmal 3 Stimmen sehr angenehm zu hören. Sehr sympathisch und wenig aufgeregt oder gar zickig war Katrin Biniasch, die Sängerin. Zwar forderte das Lied manchmal einen Notenpunkt, der höher war, als sie an dem Abend sauber singen konnte, aber es sei ihr herzlich gerne verziehen, wenn die Obertöne etwas quer standen. „Five Days„ war in meinen Augen der beste Song, den die 5 Leute gespielt haben. Das Album das 2010 von ‚Oh’ Napoleon‘ erscheint, wird sicher gut und ‚Oh’ Napoleon‘ könnte seinen Status als Geheimtipp verlieren.

Nach erstaunlich kurzer Umbaupause, vielleicht 10-15 min. kam dann Virginia Jetzt! auf die Bühne. Die sind ja kein Geheimtipp mehr, sondern gehören seit Ihrem Debüt „Wer hat Angst vor Virginia Jetzt!“, zu anerkannten Größen des deutschen Musikmarktes.

Wie machen sich den nun Virginia Jetzt! den nun live auf der Bühne? Gelingt es den vier, fünf Jung die Stimmung die sie auf ihren Alben erzeugt haben auch auf der Bühne wiederzugeben? Ja besser sogar, und das ist auch gut so. Erst spielte VJ ein paar ruhige Song um dem Publikum die Chance zu geben anzukommen, in der Welt von VJ, die ja durchaus textlich sein kann. Zunächst spielte man einige der großen Nummern oder besser gesagt beim Hörer beliebte Songs wie "Mehr als das", oder "Von guten Eltern" war dabei, genauso wie, "Bitte bleib nicht wen du gehst". Die Erhöhung der Beatzahl hat dem ganzen Publikum gut gefallen, gerade die männlichen Teilnehmer haben mit den Liebeserklärungen und Schmeichelkatzen ihre Hemmungen. Nach dem das Eis gebrochen war, waren nun alle im Saal gut drauf. Wobei die Stimmung eh schon von vorn herein sehr positiv, freudig und freundlich war und das Eis eh schon sehr dünn. Es war wirklich sehr entspannt was die Jungs gezeigt, gesagt und gespielt haben. Die Songauswahl fand ich gelungen. Gerne hätte ich Teile meines Leben und Mein Herz ist keine Wohnung live performt gesehen, aber seis drumm. "Dieses Ende wird ein Anfang sein" war der letzte Song des regulären Teils. Zugabe wurde gefordert und die Jungs ließen sich nicht lange bitten und ließen einer Glücksradfee aus dem Publikum 3 Songs zur Auswahl drehen. Das die Glücksradfee 1,90m groß war und 90Kg und Flammentatoo entsprach nicht gerade einer lieblichen Elfe. Egal, VJ ist für alle da. Eine zweite Zugabe gab ebenfalls, den wer mag den schon nach Hause gehen wen VJ uns dieses Abend schenkt. Zwei drei weitere Songs und zum Abschluss Leisegehen, da war jeder im Lido beruhigt und entspannt genug um nach hause zu gehen.

Fazit:
Virginia Jetzt! Haben es geschafft das Publikum sehr gut und in richtiger Dosis zu unterhalten. Nicht zu kurz, nicht zu lang, nicht zu leise nicht zu laut, vielleicht ein bisschen, aber alles in allem ein sehr gelungener Abend. Heimspiel gewonnen.

Ort/Datum: Berlin-Kreuzberg im Lido / 08.12.2009

Fakten:
Ort: Lido - Berlin
Datum: 08.12.2009